Das italienische Nordufer des Lago Maggiore ist bekannt für seine malerischen Promenaden und bietet zahlreiche Möglichkeiten, um mit dem Motorboot sicher anzulegen. Ob Sie am Westufer in den charmanten Häfen von Cannobio oder Cannero Riviera festmachen oder die lebhafte Ostseite mit Luino und Laveno-Mombello erkunden möchten – hier finden Sie die wichtigsten Anlegestellen und Gästeanleger für Ihre Bootstour.
Diese öffentlichen Besucher-Liegeplätze sind ideal for kurze Landgänge, Einkäufe auf den lokalen Märkten oder einen entspannten Restaurantbesuch direkt am Wasser geeignet. Bitte beachten Sie die Beschilderung vor Ort: Viele Gästeplätze sind zeitlich begrenzt oder gebührenpflichtig. Für alle hier gelisteten Kurzzeit-Anlegepunkte am italienischen Nordufer gilt: Die Nutzung ist ausschließlich auf den Tag beschränkt, Übernachtungen an den öffentlichen Stegen sind nicht gestattet.
Vorbereitung des Bootes und der Crew:
Ein sicheres Manöver erfordert eine rechtzeitige Vorbereitung von Boot und Besatzung vor dem Erreichen des Stegs. Wenn vorab unklar ist, an welcher Seite das Festmachen erfolgen wird, sollten die Fender vorsorglich an beiden Schiffsseiten ausgebracht werden. Zudem müssen die Festmacherleinen auf dem Vor- und Achterdeck klar zum Werfen und Belegen bereitliegen, um das Fahrzeug nach dem Aufstoppen am Steg unverzüglich sichern zu können.
Besonderheiten beim Anlegen mit Mooringleinen:
An verschiedenen Stegen, wie beispielsweise in Cannobio, wird das römisch-katholische Anlegen praktiziert, bei dem das Boot mit dem Heck zum Steg liegt und am Bug durch eine im Wasser liegende Mooringleine gehalten wird. Diese vorgesehene Infrastruktur ist zwingend zu nutzen. Ein unberechtigtes Längsseitsanlegen an solchen Stegen blockiert unnötig Platz und entzieht anderen Skippern die Möglichkeit zum Festmachen.
Für die Handhabung der oft mit Algen bewachsenen Mooringleinen empfiehlt sich das Tragen von langen, robusten Gummihandschuhen, um Verletzungen und Verschmutzungen der Hände zu vermeiden. Die nasse Leine sollte zudem stets außerhalb der Reling und des Bootskörpers nach hinten zum Heck geführt werden, damit kein Schlamm oder Bewuchs auf das Deck gelangt. Ein Bootshaken kann das Aufnehmen und Führen der Mooringleine zum Heck wesentlich erleichtern. Nach Abschluss des Manövers ist das Boot durch ein entsprechendes Durchsetzen der Leinen so weit vom Steg wegzuziehen, dass auch bei starkem Wellenschlag ein Aufsetzten des Hecks oder des Antriebs am Bauwerk ausgeschlossen ist.
Einfluss von Wind, Schwell und Linienschifffahrt:
Das nördliche Becken des Lago Maggiore ist durch ausgeprägte thermische Windesysteme geprägt. Während am Morgen die aus Norden kommende Tramontana dominiert, dreht der Wind im Laufe des Vormittags meist auf den aus Süden wehenden *Inverna*. Diese Winddrehungen und die damit verbundene Wellenbildung müssen bei der Wahl des Anlegeplatzes und der Fendierung berücksichtigt werden. Zusätzlich ist an allen öffentlich zugänglichen Promenaden und Stegen mit erheblichem Schwell durch die regelmäßige Kursschifffahrt zu rechnen. Eine ausreichend dimensionierte Fendierung und elastische Festmacherleinen sind daher an jedem Liegeplatz erforderlich.